AV-Receiver im Test
In einer modernen Heimkino-Anlage übernimmt der AV-Receiver die Aufgabe der zentralen Schnittstelle zwischen deren einzelnen Bestandteilen. Er ist Empfänger, Decoder und Verstärker in einem und dient dazu, stets das richtige Signal an das richtige Wiedergabe-Gerät weiterzuleiten. An ihn werden Blu-ray-Player, Festplatten-Recorder und alle anderen Wiedergabe-Geräte, wie etwa CD- oder Schallplatten-Spieler, angeschlossen, deren Signale zu den angeschlossenen Lautsprechern und natürlich dem Fernseher oder Video-Projektor weitergeleitet werden können. AV-Receiver beherrschen dabei gleichermaßen Stereo- und Raumklang-Wiedergabe und können somit nicht nur das Herzstück einer Heimkino-Anlage bilden, sondern auch die Aufgabe eines gewöhnlichen Stereo-Verstärkers übernehmen. Zudem bieten viele Modelle zusätzlich die Möglichkeit, mehrere Räume unabhängig voneinander zu beschallen.
So ähnlich die auf dem Markt erhältlichen AV-Receiver hinsichtlich ihrer Funktionen auch sind, so sehr unterscheiden sie sich jedoch oftmals im Preis. Ein günstiger AV-Receiver für beispielsweise 5.1-Raumklang und hochauflösende Video-Signalverarbeitung ist schon für unter dreihundert Euro erhältlich, während die Spitzenmodelle bisweilen mehr als das zehnfache kosten können. Doch wie kann es zu solchen Unterschieden kommen? Und was bedeutet dies für den Nutzer?
Zur besseren Orientierung haben wir für Sie Testberichte zu aktuellen AV-Receivern aus der Fachpresse gesammelt, ausgewertet und zusammengefasst, wodurch Sie die jeweiligen Stärken und Schwächen der Geräte auch ohne langwierige Recherchen leicht herausfinden können. Zudem haben wir im Folgenden einige Informationen für Sie zusammengefasst, worauf beim Kauf eines AV-Receivers zu achten ist.
Digital und Analog untrennbar verbunden
Es trennt sich die Spreu vom Weizen, wenn es um die analogen Bestandteile geht, denn diese sind es, die in der Signalkette innerhalb des AV-Receivers an letzter Stelle stehen und den schlussendlichen Klang deutlich beeinflussen können. Die digitalen Komponenten andererseits sind in preiswerteren Geräten häufig die gleichen, die auch bei den Spitzenmodellen der jeweiligen Hersteller verwendet werden. Dies rührt vor allem daher, dass die digitalen Funktionen, wie etwa D/A-Wandlung, Medien-Streaming und dergleichen, sich deutlich kostengünstiger umsetzen lassen als analoge Schaltungen, welche mit bisweilen großem Aufwand für jedes Spitzenmodell neu entworfen und konstruiert werden müssen, um auch hohen Ansprüchen hinsichtlich der Klang-Qualität zu genügen. Schließlich gilt es doch, das Signal nicht einfach lauter zu machen, sondern dabei den Klang auch möglichst unverfälscht zu belassen, sodass – gute Lautsprecher vorausgesetzt – all das, was in einem Audio-Signal enthalten ist, auch beim Hörer ankommt. Vor allem diese aufwändigen analogen Bauteile sind es denn, auf die die bisweilen ziemlich hohen Preise zurückzuführen sind. Die digitalen Komponenten dagegen können leichter an unterschiedliche Geräte und Konfigurationen angepasst und so auch in höheren Stückzahlen verbaut werden, was sich schließlich günstig auf den Preis auswirkt.
Die unterschiedlichen Anschlussmöglichkeiten und ihre jeweiligen Funktionen
Wie zuvor erwähnt, ist ein AV-Receiver gleichermaßen Empfänger, Decoder und Verstärker. Um die Aufgabe des Empfängers möglichst gut erfüllen zu können, sollte ein AV-Receiver selbstverständlich über aktuell gebräuchliche Anschlussmöglichkeiten verfügen.
Für die Übertragung hochauflösender digitaler Audio-Video-Signale, wie sie beispielsweise von Blu-ray-Playern übertragen werden, sollten in ausreichender Anzahl HDMI-Anschlüsse vorhanden sein. Hierbei ist auch zu bedenken, dass es sinnvoll sein kann, mehr Anschlüsse verfügbar zu haben, als zum Kaufzeitpunkt Zuspielgeräte vorhanden sind, um sich die Möglichkeit zur problemlosen Erweiterung offen zu halten. Um reine Audio-Geräte wie etwa CD-Spieler mit digitaler Übertragungsmöglichkeit anschließen zu können, sollte zudem ein digitaler Audio-Eingang vorhanden sein. Hier gibt es zwei Varianten, die in einigen AV-Receivern sogar beide vorhanden sind, nämlich für optische und für koaxiale Kabel. Für ältere Geräte sollten darüber hinaus analoge Anschlüsse – zumindest ein analoger Audio-Eingang – vorhanden sein.
Überdies verfügen die meisten modernen AV-Receiver über Netzwerk-Funktionen. Die Möglichkeit, das Gerät über LAN ins Heimnetzwerk einzubinden ist meistens gegeben; oftmals kann zusätzlich auch eine Verbindung über WLAN hergestellt werden. Auf diesem Wege können dann Mediendateien auf im Heimnetz befindlichen Computern oder Netzwerkspeichern wiedergegeben werden. Die Möglichkeit, neben normalem Rundfunk auch Internet-Radio empfangen zu können, ist, sofern der AV-Receiver mit dem Internet verbunden ist, ebenfalls häufig möglich.
Wiedergabe von hochauflösendem Audio-Video-Material
Hochauflösende Mehrkanal-Audio-Signale, wie sie etwa für den Raumklang im Filmton notwendig sind, sind üblicherweise nach bestimmten Verfahren komprimiert – sehr verbreitet sind beispielsweise die Tonformate der Unternehmen Dolby und DTS – und ein AV-Receiver muss daher in der Lage sein, diese Formate zu verarbeiten, um den Ton in der gewünschten Qualität ausgeben zu können.
Gleichermaßen sollte der AV-Receiver in der Lage sein, mindestens Video-Signale auszugeben, die der maximalen Auflösung des verwendeten Fernsehers entsprechen. Bei modernen Geräten sind dies maximale Auflösungen von 1920 x 1080 (Full HD) sowie 3840 x 2160 Bildpunkten (Ultra HD). Für die Full-HD-Auflösung findet sich manchmal die Angabe 1080p, während Ultra HD aufgrund der annähernd 4000 Pixel Breite auch als 4K-Auflösung bezeichnet wird. Die Angaben zu eventueller 3D-Fähigkeit beziehen sich darauf, dass der AV-Receiver in der Lage ist, Video-Daten für 3D-Fernseher verarbeiten und weiterleiten zu können.
Raumklang und Stereo-Wiedergabe
Die Wiedergabe von Stereo-Material ist recht einfach, da sie lediglich die gleichmäßige Ausgabe von zwei separaten Kanälen erfordert. Bei der Darstellung von naturgetreuem Raumklang ist dies weit schwieriger; bei der Raumklang-Wiedergabe erklingen mitunter bis zu acht unterschiedliche Kanäle (bis zu sieben Raumklang-Kanäle und üblicherweise ein Bass-Effekt-Kanal). Alle Lautsprecher einer solchen Konfiguration müssen dabei exakt aufeinander abgestimmt werden, damit am Hörplatz ein ausgewogener Klangeindruck entsteht. Dabei muss nicht nur eine Lautstärke-Anpassung jedes Kanals vorgenommen werden, sondern auch unterschiedliche Schall-Laufzeiten, die sich aus unterschiedlicher Entfernung der Lautsprecher zum Hörplatz ergeben können, müssen gegebenenfalls ausgeglichen werden. Da dies eine teilweise recht knifflige und zeitaufwändige Angelegenheit ist, bieten viele AV-Receiver ein automatisches Einmess-System, welches die akustischen Gegebenheiten der Umgebung misst und anschließend automatisch alle Lautsprecher-Kanäle aufeinander abstimmt.
Zuvor wurde bereits erwähnt, dass die teilweise enormen Preisunterschiede bei AV-Receivern vor allem auf den hohen Entwicklungs- und Herstellungsaufwand der analogen Verstärker-Elemente zurückzuführen ist, während die anderen Funktionen und Verwendungsmöglichkeiten bei den preisgünstigeren Geräten oftmals durchaus vergleichbar sind.
Obwohl diese Unterschiede in der Klangqualität durchaus messbar und für geübte Ohren auch wahrnehmbar sind, sollten sie jedoch keinesfalls überbewertet werden. Zum einen zeigen sich diese Qualitätsunterschiede am deutlichsten unter idealen Bedingungen, also in akustisch optimierten Räumen, und zum anderen hängt der schlussendlich wiedergegebene Klang gleichermaßen (wenn nicht sogar noch mehr) von den verwendeten Lautsprechern, den akustischen Verhältnissen in der Umgebung und natürlich auch von der richtigen Justierung des Verstärkers ab. Der beste Verstärker ist unnütz, wenn die angesteuerten Lautsprecher nicht gut klingen. Worauf es beim Kauf von Lautsprechern ankommt, erfahren sie hier! Die Größe und Einrichtung des Raumes, in welchem die Lautsprecher aufgestellt werden, ist ebenfalls von großer Bedeutung. Beispielsweise klingt ein Raum mit wenig Einrichtung und weitgehend leeren Wänden vollkommen anders als ein Raum mit viel Einrichtung (Sofas, Bücherregale, Teppiche etc.) – jedes Objekt in einem Raum hat Einfluss darauf, ob und wie bestimmte Schallfrequenzen verstärkt oder abgeschwächt werden und wo Schall eventuell reflektiert wird. Zudem ist die Klangwirkung der gleichen Lautprecher in einem großen Raum ebenfalls eine andere als in einem kleinen. Was nun die Justierung des Verstärkers anbelangt, so ist dies etwas, wozu sich kaum allgemeine Aussagen treffen lassen. Denn mehr als alles andere hängt dies von den persönlichen Vorlieben des jeweiligen Hörers ab. Was tatsächlich guter Klang ist, kann nur der jeweilige Hörer selbst beurteilen. Allerdings sollte ein AV-Receiver optimalerweise nicht nur Klang-Presets, sondern auch einen Equalizer bieten, über welchen sich die Klangfarbe der Wiedergabe anpassen lässt.
Es zeigt sich also: Obwohl die Spitzenmodelle selbstverständlich exzellenten Klang liefern können, ist dies allein noch keine Garantie, dass man so auch zuhause hervorragenden Klang erhält. Zu vielfältig sind die Einflüsse anderer Faktoren. Darüber hinaus sind die klanglichen Unterschiede tatsächlich nicht so derartig groß, wie die Hersteller einen gerne glauben machen wollen. Auch ein preisgünstiger AV-Receiver kann absolut zufriedenstellen, wenn er gut eingestellt und Teil eines durchdachten Gesamtsystems ist.
16 Produkte
#1NAD C315 BEE
#2Sony STR-DB795
#3T+A Pulsar R 1230 R
#4NAD c 375BEE
#5Sony STR-DE698
#6T.A.C. 34 Dream
#7NAD C 720 BEE
#8Onkyo TX-8511
#9Vincent SV-123
#10Marantz SR4021
#11Denon DRA-700AE
#12Yamaha RX-797
#13System Fidelity ST-250
#14System Fidelity CD-250
#15System Fidelity SA-250
#16Rotel RCX-1500
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