Lautsprecher im Test
Ob platzsparende Kompakt- oder Wand-Lautsprecher, hochwertige Surround-Systeme für Klangerlebnisse wie im Kino oder Subwoofer für die optimierte Wiedergabe von Basstönen – Lautsprecher gibt es in vielen Formen und Größen, konzipiert für unterschiedlichste Zwecke. Doch gleichgültig für welche Art von Lautsprecher Sie sich interessieren, Klangqualität und Preis-Leistungs-Verhältnis sind stets die wichtigsten Kriterien bei einer Kaufentscheidung.
Um Ihnen die Orientierung zu erleichtern, haben wir im Folgenden einige Informationen zu den unterschiedlichen Lautsprecher-Arten zusammengestellt. In den Unterkategorien finden Sie auch Auswertungen der Testberichte zu aktuellen Lautsprechern.
Grundsätzliches zum Aufbau einer Lautsprecher-Box
Im Grunde genommen bestehen alle Lautsprecherboxen – gleichgültig, ob es sich nun um einen Kompaktlautsprecher, einen Subwoofer, eine Soundbar oder eine andere Art von Lautsprecher handelt – immer aus den eigentlichen Lautsprechern, jeweils bestehend aus einer schwingenden Membran in einem Rahmen, und einem umgebenden Gehäuse. Auch wenn im allgemeinen Sprachgebrauch häufig die Gesamtkonstruktion als Lautsprecher bezeichnet wird, soll zugunsten der Eindeutigkeit im Folgenden zwischen dem Lautsprecher und dem Gehäuse, der Box, unterschieden werden.
Da nicht jeder Lautsprecher jeweils das gesamte Frequenzspektrum des menschlichen Gehörs vollständig wiedergeben kann – oder zumindest nicht alle Frequenzbereiche mit gleicher Qualität und Lautstärke –, ist es üblich, die Wiedergabe auf mehrere Lautsprecher innerhalb der gleichen Box aufzuteilen, wobei jeder der Einzellautsprecher dann an seinen jeweiligen Frequenzbereich genau angepasst ist. Bei Lautsprecherboxen, deren Frequenzumfang in mehrere Bereiche aufgeteilt ist, spricht man auch von Mehr-Wege-Boxen. Die genannten Wege sind dabei die verschiedenen Frequenzzweige, wobei jeder der Frequenzzweige von einem oder auch mehreren Einzellautsprechern wiedergegeben wird. Eine Box mit zwei Einzellautsprechern für zwei unterschiedliche Frequenzbereiche wird dementsprechend als Zwei-Wege-Box bezeichnet; eine Box, die ihren Gesamt-Frequenzumfang auf drei Einzellautsprecher verteilt ist folglich eine Drei-Wege-Box.
Zwar ließe sich dieses Prinzip beliebig fortsetzen, doch finden sich in der Praxis nur sehr selten Lautsprecherboxen mit mehr als drei Wegen. Grund hierfür ist, dass die Schwierigkeiten bei der Abstimmung der Einzellautsprecher mit steigender Anzahl immens zunimmt, sodass der Aufwand von Entwicklung und Herstellung in keinem angemessenen Verhältnis mehr zum daraus resultierenden (ohnehin nur sehr geringen) Nutzen stünde. Auf der anderen Seite gibt es in der Tat auch Breitband-Lautsprecher, die für die Wiedergabe des gesamten Frequenzspektrums konzipiert sind, jedoch sind diese für die Wiedergabe mit hoher Qualität in der Regel ungeeignet.
Allerdings darf auch nicht von der bloßen Anzahl an Lautsprechern in einem Gehäuse auf die Anzahl der Frequenzwege geschlossen werden, denn obwohl beides oft übereinstimmt, gibt es auch Boxen, in denen einer oder mehrere der Frequenzbereiche von mehr als einem Lautsprecher wiedergegeben wird. Die Anzahl der Wege bezieht sich also immer auf die Anzahl der unteschiedlichen Frequenzzweige.
Neben der Anzahl der Lautsprecher innerhalb einer Box gibt es auch Unterschiede in den Bauarten. So unterscheidet man zwischen geschlossenen und offenen Lautsprechern. Unabhängig von der inneren Konstruktion der Box erklärt sich die geschlossene Bauweise praktisch von selbst; es findet kein Luftaustausch zwischen dem Inneren und dem Äußeren der Box statt. Bei Boxen mit offener Bauweise handelt es sich meistens um sogenannte Bassreflex-Boxen. In die Öffnung, die sich häufig auf der Rückseite findet, ist dabei ein Rohr, der Bassreflex-Kanal, eingelassen, welcher als Resonator für den Bass-Frequenzbereich dient. Bassreflex-Boxen sind also immer offene Boxen.
Schließlich muss auch noch zwischen aktiven und passiven Lautsprecherboxen unterschieden werden. Im Allgemeinen werden diejenigen Boxen als aktiv bezeichnet, die einen integrierten Verstärker besitzen. Sie verfügen also über eine aktive Signalverstärkung, während eine passive Box einen externen Verstärker benötigt, welcher Audio-Signale im für den Betrieb des Lautsprechers notwendigen Maße verstärkt. Der Vorteil aktiver Boxen ist, dass man Wiedergabegeräte in der Regel direkt anschließen kann, ohne ein weiteres separates Gerät besitzen zu müssen. Der Nachteil ist, dass trotzdem eine Stromversorgung für jede aktive Box benötigt wird. Kabel sind also in jedem Fall notwendig.
Kompaktlautsprecher
Kompaktlautsprecher sind wohl die am häufigsten anzutreffende Lautsprecher-Art. Mit ihren kompakten Abmessungen – in der Regel sind sie nicht höher als 20 bis 40 Zentimeter und etwa so tief wie ein Aktenordner – passen sie bequem in die meisten Regale oder auch auf den Schreibtisch.
Die allermeisten Kompaktlautsprecher sind Zwei-Wege-Boxen in Bassreflex-Bauweise. Einfache Vertreter dieser Boxen-Art sind oft Teil von Kompakt-Stereoanlagen. Jedoch handelt es sich dabei meistens um sehr einfache Konstruktionen, die kaum an die Klang-Qualität separat erhältlicher HiFi-Boxen heranreichen. Galten lange Zeit die großen Standlautsprecher auch hinsichtlich der erreichbaren Klang-Qualität als erste Wahl, so lassen sich diesbezüglich inzwischen keine Unterschiede mehr feststellen. Jedoch gilt nach wie vor, dass Kompaktlautsprecher, da sie für geringere Leistungen ausgelegt sind, sich weniger gut eignen, wenn es darum geht, einen sehr großen Raum zu beschallen. Für den Einsatz im privaten Bereich, auch in großen Wohnräumen, ist dies allerdings unerheblich.
Standlautsprecher
Sie sind die großen Verwandten der Kompaktlautsprecher und bilden die größte Boxen-Kategorie im Heimanwender-Bereich. Üblicherweise als Drei-Wege-Systeme konstruiert, bieten sie – einen ausreichend kräftigen Verstärker vorausgesetzt – um einiges mehr Leistung als Kompaktlautsprecher und eignen sich damit auch zur Beschallung größerer Räume. Durch ihr großes Volumen und die Möglichkeit, in die geräumigen Gehäuse auch größere Lautsprecher einsetzen zu können, bieten sie bisweilen bessere Leistungen im Tiefbass-Bereich. Alternativ kann dies allerdings auch durch eine Kombination von Kompaktlautsprechern und einem separaten Subwoofer erreicht werden. Dies setzt allerdings entsprechende Anschlussmöglichkeiten am verwendeten Verstärker voraus.
Obwohl die allermeisten gegenwärtig erhältlichen Standlautsprecher Drei-Wege-System sind, besitzen einige dennoch mehr als drei Lautsprecher. Wie zuvor bereits ausgeführt, bedeutet dies lediglich, dass mindestens einer der Frequenzzweige von mehreren Lautsprechern wiedergeben wird. Zumeist ist es vor allem der mittlere Frequenzbereich, der aus zwei oder mehr Lautsprechern tönt.
Center-Lautsprecher
Bei diesem Lautsprecher-Typ handelt es sich im Grunde genommen einfach um eine Box, die in die Breite anstatt in die Höhe gebaut wurde. Center-Boxen dienen in der Regel dazu, in einem Raumklang-System den Bereich direkt vor dem Hörer, also zwischen dem linken und dem rechten Front-Lautsprecher, auszufüllen. Damit nehmen sie gewissermaßen das Zentrum des Klanggeschehens ein, wodurch sich die Bezeichnung ganz anschaulich erklärt. Die Abmessungen einer größeren Center-Box können die eines normalen Kompaktlautsprechers gelegentlich überschreiten. Vor allem liegt dies an der symmetrischen Konstruktion mit zwei Tieftönern bzw. Mittel-/Tieftönern.
Subwoofer
Subwoofer sind Lautsprecherboxen, die für den Tieftonbereich optimiert sind, also den Bass wiedergeben. Üblicherweise sind diese Boxen Teil eines Lautsprechersystems, in welchem sie mit normalen Lautsprecherboxen kombiniert sind. Am häufigsten werden sie in Heimkino-Anlagen verwendet, in welchen sie auch die sogenannten Bass-Effekt-Kanäle wiedergeben, können aber auch in der normalen Stereo-Wiedergabe, wie üblicherweise für Musik, eingesetzt werden. Dabei unterstützen sie die normalen Boxen im Bassbereich, die diesen konstruktionsbedingt oftmals nicht mit der gleichen Stärke und Präzision wiedergeben können.
Ebenso wie andere Lautsprecherboxen werden auch Subwoofer in geschlossener oder offener Bauweise gebaut. Jedoch unterscheiden sich manche Subwoofer in ihrer Konstruktion von normalen Boxen dahingehend, dass der Lautsprecher an der Unterseite angebracht ist und also den Klang zum Boden hin strahlt. Dies wird auch als Downfire-Bauweise bezeichnet. Sitzt der Lautsprecher an der Front oder einer der Seiten, wird dies entsprechend als Frontfire- und Sidefire-Bauweise bezeichnet.
Diese Bezeichnungen werden auch manchmal bei Standlautsprecherboxen verwendet, um anzugeben, in welcher Richtung deren Basslautsprecher montiert ist, da auf diese weitgehend das gleiche zutrifft, wie auf Subwoofer. Ebenso wie andere Lautsprecherboxen lassen sich auch Subwoofer dahingehend unterscheiden, ob sie aktiv oder passiv sind, also einen integrierten Verstärker besitzen oder nicht.
Soundbars und Sounddecks
Moderne Fernseher werden seit Jahren immer größer, flacher und dabei auch noch leichter; sie bieten hervorragende Bildqualität bei teilweise immenser Bildgröße. Das ist auch schön und gut so, doch ergibt sich aus immer flacher werdenden TV-Gehäusen ein naheliegendes Problem: Es gibt keinen Platz mehr für gute Lautsprecher. Um guten Klang über das ganze Hörspektrum erzeugen zu können, benötigt man jedoch Lautsprecher mit einer gewissen Größe und am besten auch noch ein wenig zusätzliches Volumen im Gehäuse – dies widerspricht jedoch vollkommen dem Anspruch, dass Fernsehgeräte immer flacher werden sollen. So erklärt sich, weshalb auch Fernsehgeräte in der Preisklasse von mehreren tausend Euro einen bisweilen ziemlich bescheidenen Klang ausgeben. Um dieses Problem zu lösen, werden im Handel seit einiger Zeit sogenannte Soundbars angeboten – spezielle Lautsprecherboxen, welche an das TV-Gerät angeschlossen werden und die Funktion der im Gerät integrierten Lautsprecher übernehmen sollen. Bei Soundbars handelt es sich zumeist um relativ schlanke Lautsprecherboxen, die platzsparend vor oder hinter das TV-Gerät gelegt werden können. Mit Breiten von 90 bis 100 Zentimetern sind sie breit genug, um einzeln ein vollwertiges Stereo-Klangbild erzeugen zu können. Von ihrer balkenförmigen Gestalt – breit aber sehr schlank – leitet sich auch die Bezeichnung Soundbar ab, was sich mit „Klangbalken“ übersetzen ließe.
Wie viele Fernseher-Lautsprecher haben jedoch auch Soundbars Schwierigkeiten mit der Wiedergabe tiefer und kräftiger Bässe. Um dieses Problem zu lösen, werden viele Soundbars mit einem zusätzlichen Subwoofer kombiniert.
Einen anderen Lösungsansatz stellt das sogenannte Sounddeck dar. Dabei handelt es sich um eine Box, die deutlich mehr Volumen als eine Soundbar besitzt und groß genug ist, um auch ausreichend leistungsfähige Basslautsprecher aufnehmen zu können. Um dennoch einigermaßen platzsparend zu sein, sind sie, bei ähnlicher Breite und Höhe wie Soundbars, wesentlich tiefer gebaut als diese, also eher wie flache Quader. Sie können unter dem TV-Gerät platziert werden und dienen dabei als Sockel für dieses.
Neben der bloßen Aufwertung der Stereo-Wiedergabe bieten Soundbars und Sounddecks fast immer auch die Möglichkeit, virtuellen Raumklang zu generieren, welcher ähnliche Klangeindrücke ermöglichen soll, wie eine Heimkino-Anlage. Um mit nur zwei Wiedergabe-Kanälen den Eindruck von Raumklang zu erzeugen, wozu in einer Heimkino-Anlage üblicherweise mindestens fünf Kanäle benötigt werden, werden in einer Soundbar einige akustische Tricks angewandt. Das Ausgangsmaterial ist auch hier ein Surround-Signal mit seinen sämtlichen Kanälen. Für jeden dieser Surround-Kanäle werden charakteristische Veränderungen, wie etwa Laufzeitunterschiede und Änderungen der Klangfarbe, eingerechnet, wie sie, abhängig von der Position einer Schallquelle, im menschlichen Gehör entstehen. Anschließend wird aus dem bearbeiteten Material ein Stereo-Signal generiert. Das Gehör wiederum interpretiert den veränderten Klang der nunmehr nur noch virtuellen Surround-Kanäle als räumliche Informationen. Auf diese Weise entsteht ein annähernd räumlicher Klangeindruck, obwohl tatsächlich nur eine Stereo-Klangquelle vorhanden ist. Zwar lassen durch diese Technik echte Surround-Anlagen nicht ersetzen, doch stellt sie eine platzsparende und kostengünstige Alternative dar.
Hornlautsprecher
Bei den meisten Vertretern dieser Gattung handelt es sich um Freiluft-Lautsprecher, wie sie etwa in Bahnhöfen, auf Flughäfen oder sonstigen öffentlichen Plätzen zu finden sind, oder um Bestandteile professioneller Großraum-Beschallungsanlagen. In jedem Fall werden sie an Orten eingesetzt, an welchen in erster Linie sehr laute und robuste Konstruktionen benötigt werden und wo makellose Klangqualität ein nachrangiges Merkmal ist. Im privaten Bereich dagegen – oder auch im Bereich der hochqualitativen Wiedergabe, wie etwa in Tonstudios – sind Lautsprecher dieser Bauart wahrhaftige Exoten!
Bei dieser Konstruktion sitzt der eigentliche Lautsprecher in einem kleinen Gehäuse, welches über einen Schalltrichter, das Horn, den Schall abgibt. Seine Bezeichnung erhält der Hornlautsprecher von seiner charakteristischen Konstruktionsweise, die im wesentlichen auf den gleichen Prinzipien beruht, wie hauptsächlich bei Blechblasmusikinstrumenten, allen voran den Hörnern selbst. Bei Hornlautsprechern ebenso wie bei Musikinstrumenten dient der Schalltrichter dazu, den Schall zu bündeln und gerichtet abzustrahlen. Durch die stark gerichtete Schallabstrahlung kommt möglichst viel Schall beim Hörer an und wird daher bei gleicher Leistung als lauter empfunden als andersartige Lautsprecher, bei welchen mehr Schall verloren geht oder in andere Richtungen abgestrahlt wird.
So können Hornlautsprecher bei richtiger Abstimmung der Konstruktion zwar eine hervorragende Klangqualität bei gleichzeitig hoher Ausgangslautstärke erzielen, allerdings weisen sie, verglichen mit anderen Lautsprecher-Typen, ein eher schwieriges akustisches Verhalten auf, was die Entwicklung und Herstellung eines gut klingenden Systems noch aufwendiger damit teurer macht, als bei vergleichbaren andersartigen Lautsprechern.
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